- Anspruchsgruppen
- Anspruchsgruppen (Stake holders) eines Settings oder einer Organisation) sind Gruppen, deren Mitglieder aufgrund ihrer Rolle bestimmte Erwartungen (an das Setting, an die Organisation) hat bzw. entsprechende Ansprüche geltend machen. Zu den Anspruchsgruppen zählen Personen, die: - an der Dienstleistungserbringung beteiligt sind (zB. Mitarbeitende), - die Dienstleistungserbringung beeinflussen (zB. Partner, Behörden) oder - selber von der Dienstleistung beeinflusst werden (zB. KlientInnen)
- Assessment (Gesundheitsförderung / Prävention)
- Erfassung und Analyse gesundheitlicher Problemlagen der Bevölkerung.
- Assessment (Qualitätsentwicklung)
- Systematische Bewertung von Strukturen, Prozessen und Ergebnissen einer Organisation(-seinheit), eines Programms oder Projekts.
- Bedarf
- Fachlich begründeter, in der Regel wissenschaftlich festgestellter Mangel bei bestimmten Bevölkerungsgruppen (Aussenperspektive).
- Bedürfnis
- Im Gegensatz zum Bedarf meint ein Bedürfnis einen subjektiv erlebten Mangel bei Mitgliedern bestimmter Bevölkerungsgruppen (Innenperspektive).
- Benchmarking
- Messung/Beurteilung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen und Vergleich mit denen anerkannter und bester Konkurrenten mit dem Ziel, von den 'Besseren' zu lernen (Qualitätsentwicklung).
- Chancengleichheit (gesundheitliche)
- Chancengleichheit im Bezug auf Gesundheit bedeutet, dass ein fairer und gerechter Zugang zu Ressourcen für Gesundheit dazu beiträgt, dass alle Menschen, unabhängig von Ethnie, sozio-ökonomischem Status, Alter oder Geschlecht, die gleichen Möglichkeiten haben, ihre Gesundheit zu entwickeln und zu erhalten.
- Controlling
- Steuerung von Prozessen und Aktivititäten auf der Basis von Ist-Soll-Vergleichen. Es wird zwischen Finanz- und Leistungscontrolling unterschieden.
- Effektivität
- Eignung einer Massnahme bezüglich der beabsichtigten Wirkung (Wirksamkeit).
- Effizienz
- Verhältnis zwischen einem Ergebnis und den dafür eingesetzten Mitteln (Wirtschaftlichkeit).
- Empowerment
- Befähigung zu selbst bestimmtem Handeln, das heisst bessere Kontrolle über Entscheidungen und Handlungen, sowie erweiterte Gestaltungsmöglichkeiten der eigenen Lebenswelt und der Bedingungen, welche die Gesundheit beeinflussen.
- Ergebnisqualität
- Qualität von Produkten und Leistungen (output) sowie Wirkungen (outcome).
- European Foundation for Quality Management (EFQM)
- Europäische Qualitätsstiftung. Begründerin des EFQM-Modells, eines europäischen Qualitätsmanagementsystems auf der Basis des TQM (Total Quality Management).
- Evaluation
- Systematische Sammlung und Analyse von nicht routinemässig verfügbaren Informationen über verschiedene Aspekte eines Projekts, einer Intervention, und deren kritische Beurteilung.
- Fremdevaluation
- Systematische Bewertung eines Sachverhalts aus der Aussenperspektive (z.B. durch professionelle Evaluator/-innen).
- Geldgeber
- Institutionen, die einen finanziellen Beitrag zum Projekt leisten und darum in der Regel Ansprüche an das Projekt geltend machen (vgl. Anspruchsgruppen), welche vertraglich festgelegt werden.
- Gender
- Dieser aus dem Englischen stammende Begriff meint im Gegensatz zu 'sex' nicht das biologische Geschlecht, sondern die psychologischen, sozialen und kulturellen Aspekte der Geschlechtszugehörigkeit sowie die Beziehungen zwischen den Geschlechtern.
- Gesundheit
- Gesundheit ist ein Stadium des Gleichgewichts zwischen gesundheitsbelastenden und gesundheitsfördernden Faktoren. Gesundheit entsteht, wenn Menschen ihre Ressourcen optimal entfalten und mobilisieren können, um so inneren (körperlichen und psychischen) und äusseren (sozialen und materiellen) Anforderungen zu begegnen.
- Gesundheitsförderung
- Befähigung von Individuen, Gruppen und Organisationen die Bedingungen ihrer Gesundheit mittels Veränderung der Lebensstile und Gestaltung der Lebensbedingungen zu verbessern. Gesundheitsförderung schliesst nicht nur Handlungen und Aktivitäten ein, die auf die Stärkung der Kenntnisse und Fähigkeiten von Individuen gerichtet sind, sondern auch solche, die darauf abzielen, soziale, ökonomische sowie Lebensbedingungen derart zu verändern, dass diese positiv auf die individuelle und bevölkerungsbezogene Gesundheit wirken.
- Indikator
- Ein Indikator dient als Ersatzmass für die Erhebung von Informationen über bzw. die Messung oder Bewertung von (meist komplexen) Sachverhalten, die selbst nicht direkt gemessen oder bewertet werden können. Ein Indikator ist eine empirisch messbare, beobachtbare oder analysierbare Grösse oder Faktum.
- Instrument
- Hilfsmittel zur Umsetzung von Massnahmen (z.B. Checkliste, Handbuch).
- International Organization for Standardisation (ISO)
- Internationale Organisation, die sich der Standardisierung von Produkten, Dienstleistungen und Managementsystemen widmet.
- Intervention
- Interventionen in Prävention und Gesundheitsförderung sind fachlich begründete, systematisch Eingriffe in die Lebenswelten von Menschen, mit dem Ziel, Verhalten und/oder Verhältnisse zu nachhaltig zu verändern.
- Intervision
- Erfahrungsaustausch zwischen Personen, die zwar in verschiedenen Organisationen, Programmen oder Projekten arbeiten, aber ähnliche Funktionen oder Rollen haben.
- Kohärenzsinn
- Der Kohärenzsinn (Sense of coherence) ist nach Antonovsky eine wichtige gesundheitsbezogene Ressource. Er entsteht durch Vorhersehbarkeit der Welt, Handhabbarkeit verfügbarer Ressourcen und Sinnhaftigkeit des Lebens.
- Kontinuierlicher Verbesserungspozess
- Prozess der periodischen und systematischen Reflexion und Verbesserung von Strukturen, Prozessen und Ergebnissen eines Projekts, Programms oder einer Organisation (vgl. Qualitätsentwicklung).
- Leitbild
- Im Leitbild werden das Auftragsverständnis, sowie Werte, Normen und andere handlungsleitende Prinzipien der Organisation umschrieben. Das Leitbild dient der Organisation als Orientierung für alle ihre nach innen und aussen gerichteten Aktivitäten.
- Management
- Gesamtheit der Aktivitäten zur systematischen Planung und Steuerung eines Projekts, Programms oder einer Organisation.
- Massnahme
- Von einer Strategie abgeleitete Aktivität mit festgelegten Terminen und Verantwortlichkeiten zur Erreichung bestimmter Ziele oder Zwischenziele.
- Meilenstein
- Haltepunkt in der Durchführungsphase eines Projekts. Meilensteine gliedern ein Projekt in mehrere Etappen und dienen der Projektsteuerung.
- Methode
- System von Regeln und Handlungsanweisungen zur Lösung einer Aufgabe.
- Monitoring
- Kontinuierliche oder periodische systematische Datenerfassung zur Überwachung von Prozessen und Ergebnissen.
- Nachhaltigkeit
- Intendierte Wirkungen eines Projekts über seine begrenzte Dauer hinaus.
- Operationalisierung
- Festlegung von Kriterien und Vorgehensweisen zur empirischen Erfassung eines theoretischen Konstrukts.
- Organisationsentwicklung
- Systematische Veränderung von Organisationsstrukturen und Prozessen zur langfristigen Sicherung der Existenz und kontinuierlichen Verbesserung.
- Ottawa-Charta
- Charta, die an der ersten internationalen Konferenz zur Gesundheitsförderung 1986 in Ottawa verabschiedet wurde. Sie baut auf dem Grundsatzprogramm der WHO 'Gesundheit für alle' auf.
- Outcome
- Gesamtheit der Wirkungen eines Projekts.
- Output
- Gesamtheit der erbrachten Leistungen und Produkte eines Projekts.
- Partizipation (Gesundheitsförderung / Prävention)
- Aktiver Einbezug von Personen und Gruppe in die Planung, Durchführung und Evaluation von Inteventionen (Projekte), die ihre Lebensbedingungen und -stile betreffen.
- Pathogenese
- Personale und Umweltbedingungen, die zu bestimmten Krankheiten führen.
- Policy (Gesundheitsförderung / Prävention)
- Gemeinsame Strategie mit übergeordneten Zielen, auf die sich wichtige Schlüsselpersonen in der Gesundheitsförderung der Prävention geeinigt haben.
- Programm
- Aus einer Policy oder übergeordneten Strategie abgeleitetes, zielgerichtetes längerfristiges aber zeitlich befristetes Vorhaben, das in der Regel aus mehreren untereinander koordinierten Projekten besteht.
- Projekt
- Einmaliges, strukturiertes und geplantes Vorhaben, um bis zu einem bestimmten Zeitpunkt festgelegte Ziele (Leistungen/Wirkungen) zu erreichen.
- Projektmanagement (PM)
- Richtungsweisende und steuernde Aktivitäten, die für die Planung, Durchführung und Evaluation eines Projekts notwendig sind.
- Projektorganisation
- Gesamtheit aller am Projekt beteiligten Personen, Gruppen und Organisationen mit ihren projektspezifischen Rollen, Aufgaben und Verantwortlichkeiten.
- Projektstruktur
- Beschreibung, wer in welcher Funktion an einem Projekt beteiligt ist oder davon betroffen ist und wie diese untereinander vernetzt sind.
- Projektziel
- Erwünschter Zustand eines bestimmten Systems, der bis Projektende erreicht werden soll.
- Prozessqualität
- Qualität von Verfahren und Abläufen.
- Prävention
- Massnahmen, die dem Aufkommen von Krankheiten vorbeugen (primäre Prävention), wie z.B. Verringerung von Risikofaktoren, deren Fortschreiten eindämmen (sekundäre Prävention) und Krankheitsfolgen (tertiäre Prävention) minimieren.
- Public Health Action Cycle (PHAC)
- Zyklisches Vierphasen-Modell, das als Grundlage für die strategische Planung, Umsetzung und Evaluation gesundheitsbezogener Interventionen dient.
