Glossar

Liste

50 von 107 (von 107)

Pathogenese
Personale und Umweltbedingungen, die zu bestimmten Krankheiten führen.
Policy
Gemeinsame Strategie mit übergeordneten Zielen, auf die sich wichtige Schlüsselpersonen in der Gesundheitsförderung der Prävention geeinigt haben.
Programm
Aus einer übergeordneten Strategie abgeleitetes, zielgerichtetes längerfristiges aber zeitlich befristetes Vorhaben, das in der Regel aus mehreren untereinander koordinierten Projekten besteht.
Projekt
Einmaliges strukturiertes Vorhaben, um bis zu einem bestimmten Zeitpunkt festgelegte Ziele zu erreichen.
Projektmanagement (PM)
Steuerung der Aktivitäten, die für die Planung, Durchführung und Evaluation eines Projekts notwendig sind.
Projektorganisation
Gesamtheit aller am Projekt beteiligten Personen, Gruppen und Organisationen mit ihren projektspezifischen Rollen, Aufgaben und Verantwortlichkeiten.
Projektphasen
Mit Projektphasen sind die Phasen gemeint, die ein Projekt von der ersten Idee bis zum Abschluss durchläuft. In quint-essenz werden die Konzeptions-, die Implementierungs- und die Valorisierungsphase unterschieden, wobei die Implementierungsphase in kontinuierliche Entwicklungszyklen (Etappen) unterteilt ist.
Projektskizze
Strukturierte Zusammenfassung der ersten Ideen und Abklärungen zu einem geplanten Projekt.
Projektsteuerung
Periodische und systematische Evaluation, Reflexion und Optimierung der Durchführung des Projekts (vgl. Meilensteine und Monitoring).
Projektstruktur
Übersicht über die an einem Projekt beteiligten Akteure und deren projektbezogenen Beziehungen.
Projektziel
Erwünschter Zustand eines bestimmten Systems, der bis Projektende erreicht werden soll.
Prozessqualität
Qualität von Verfahren und Abläufen. Ein Projekt ist dann von hoher Prozessqualität, wenn die Wege und Mittel zur Umsetzung geeignet sind, die Projektziele zu erreichen.
Prävention
Massnahmen, die dem Aufkommen von Krankheiten vorbeugen (primäre Prävention), wie z.B. Verringerung von Risikofaktoren, deren Fortschreiten eindämmen (sekundäre Prävention) und Krankheitsfolgen minimieren (tertiäre Prävention).
Public Health Action Cycle (PHAC)
Zyklisches Vierphasen-Modell, das als Grundlage für die strategische Planung, Umsetzung und Evaluation gesundheitsbezogener Interventionen dient.
Qualität
Positiv bewertete Beschaffenheit einer Sache oder eines Sachverhalts auf der Basis bestimmter Erwartungen (Kriterien).
Qualitätsentwicklung
Periodische systematische Reflexion und Verbesserung von Strukturen, Prozessen und Ergebnissen einer Organisation, eines Programms oder Projekts.
Qualitätsförderung
Unterstützung der Qualitätsentwicklung einer Organisation, eines Programms oder Projekts durch geeignete externe Massnahmen (Bildung, Beratung) und zur Verfügung gestellte Ressourcen.
Qualitätskriterium
Qualitätsrelevantes Unterscheidungsmerkmal einer Sache oder eines Sachverhalts (z.B. Projekt, Prozess, Produkt).
Qualitätskultur
Spezifisch auf Qualität bezogene Aspekte der Organisationskultur.
Qualitätsmanagement (QM)
Qualitätsmanagement umfasst alle auf Qualitätssicherung und –entwicklung bezogenen Managementaufgaben einer Organisation.
Qualitätsmanagementsystem (QMS)
Teil des Managementsystems einer Organisation oder eines Programms, der dafür sorgt, dass die Strukturen, Prozesse und Ergebnisse hinsichtlich ihrer Qualität periodisch reflektiert und systematisch weiterentwickelt werden.
Qualitätssicherung
Maßnahmen, die darauf ausgerichtet sind, einen bereits bestehenden Qualitätsstandard zu erhalten.
Qualitätsstandard
Verbindliche, idealerweise auf fachlichen Kriterien basierende Vorgabe für ein bestimmtes minimales Qualitätsniveau.
Qualitätsziel
Ein Qualitätsziel bezieht sich im Unterschied zu einem Projektziel nicht auf erwünschte Wirkungen in einem externen System (z. B. Setting, Zielgruppe), sondern auf Strukturen und Prozesse des Projekts selbst.
Qualitätszirkel
Methode der Qualitätsverbesserung, bei welcher eine Gruppe von Personen eines Settings regelmässig an der Verbesserung der Struktur-, Prozess- oder Ergebnisqualität arbeitet. Qualitätszirkel basieren auf der Philosophie, dass Fehler da gelöst werden sollen, wo sie entstehen.
Reflexion (systematische)
Prüfendes und vergleichendes Nachdenken über eine Sache oder einen Sachverhalt anhand bestimmter Kriterien.
Reporting
Periodische Berichterstattung.
Ressourcen
Mittel, welche Menschen zur Verfügung stehen, um die Anforderungen ihres Lebens zu bewältigen. In ressourcenorientierter Gesundheitsförderung werden darunter vorab personale und soziale Ressourcen verstanden (z. B. Resilienz, Kohärenzgefühl, sozialer Status). Im Projektmanagement bezieht sich der Ressourcenbegriff auf die für die Planung, Durchführung und Evaluation eines Projekts erforderlichen materiellen, infrastrukturellen und personellen Voraussetzungen.
Risiko
Ein Risiko ist eine Unsicherheit mit potenziell negativen Konsequenzen, die in der Zukunft liegt und vielleicht eintrifft, vielleicht aber auch nicht. (in Anlehnung an Wanner 2015)
Salutogenese
Während sich eine pathogenetische Herangehensweise auf die Frage konzentriert, wie spezifische Krankheiten entstehen und wie sie verhindert werden können, fokussiert eine salutogenetische Perspektive auf Prozesse der Entstehung, Erhaltung und Förderung von Gesundheit.
Selbstevaluation
Systematische Bewertung eines Sachverhalts aus der Perspektive der Beteiligten.
Selbstreflexion
Prüfendes und vergleichendes Nachdenken über sich selbst, das eigene Verhalten und Erleben.
Setting
Abgegrenztes sozial-räumliches System (z. B. Betrieb, Schule, Spital, Jugendhaus, Familie).
Settingansatz
Der Settingansatz ist eine Kernstrategie der Gesundheitsförderung und basiert auf dem Ansatz der Ottawa Charta der WHO, Gesundheit im Alltag herzustellen und aufrechtzuerhalten. Unter Berücksichtigung mehrerer Handlungsebenen (Individuen, Gruppen, Setting als Organisation, Umfeld und Politik/Gesellschaft) werden Interventionen darauf ausgerichtet, die Akteure des Settings dabei zu unterstützen, ihre eigene Lebenswelt gesundheitsförderlich zu gestalten. Der Settingansatz grenzt sich somit ab von rein verhaltensorientierten Interventionen in Settings.
Smartes Ziel
SMART sind Ziele, wenn sie 'Spezifisch', 'Messbar', 'Anspruchsvoll', 'Realistisch' und 'Terminiert' sind.
Sollwert
Ein Sollwert legt bei der Operationalisierung eines Zieles das quantitative Anspruchsniveau zu einem entsprechenden Indikator fest. Der Sollwert wird auf Basis des aktuellen Istwerts festgelegt.
Sponsoring
Finanzielle Unterstützung von Projekten durch Institutionen und Privatpersonen (Drittmittel). Die Sponsoren stellen keine Forderungen an die inhaltliche Ausrichtung eines Projekts, haben aber in der Regel die Möglichkeit, über die Kanäle des Projekts für sich zu werben.
Strategie
In Projekten beschreiben Strategien die groben Wirkungslinien der geplanten Intervention(en). Das Formulieren von Strategien trägt dazu bei, implizite Wirkungsmodelle explizit zu machen und zu reflektieren. Die Strategien werden zusammen mit den Projektzielen festgelegt und dienen mit diesen als Basis für die Bestimmung der konkreten Massnahmen.
Strukturqualität
Qualität der strukturellen Gegebenheiten. Dazu gehören Bedarf und Bedürfnisse, personelle, finanzielle und fachliche Ressourcen sowie konzeptionelle und gesetzliche Grundlagen.
Stärke
Anhand einer systematischen Reflexion und Bewertung identifizierte, überdurchschnittliche postive Eigenschaft (eines Projekts).
Supervision
In der Regel Emotions- und beziehungsorientierte Beratungsform zur Thematisierung beruflicher Zusammenhänge.
Systematisch
Von systematischem Handeln oder Reflektieren wird dann gesprochen, wenn dies planvoll, Kriterien geleitet, strukturiert erfolgt.
Total Quality Management (TQM)
Eine auf der Mitwirkung aller Mitglieder beruhende, umfassende Managementphilosophie, die Qualität in den Mittelpunkt stellt.
Valorisierung
Aufbereitung, Verbreitung und Nutzbarmachung von Erkenntnissen, Erfahrungen und Evaluationsergebnissen eines Projekts.
Verbesserungspotenzial
Anhand einer systematischen Reflexion und Bewertung identifizierter Spielraum für die Verbesserung von Strukturen, Prozessen und Ergebnissen eines Projekts. Verbesserungspotenziale dienen als Grundlage für die Festlegung von Qualitätszielen.
Verhalten-Verhältnisse
Menschliches Handeln (Verhalten) und Lebensbedingungen (Verhältnisse) hängen eng zusammen und beeinflussen sich wechselseitig. Die Gesundheitsförderung will Individuen und Gruppen und Organisationen dazu befähigen, sowohl ihr Verhalten als auch ihre Lebensbedingungen so zu gestalten, dass sie der Gesundheit und Lebensqualität förderlich sind.
Vernetzung
Zusammenarbeit über die Grenzen von Bereichen, Disziplinen, Hierarchiestufen, Organisationen und Projekten hinweg.
Vertragsziele
Vertraglich festgelegte Projektziele und -zwischenziele.
Vision
Eine Vision umfasst Vorstellungen über erwünschte Zustände in einer längerfristigen Perspektive, also über die Projektdauer hinaus. Sie dient dem Projekt als Leitstern.
Wirkung
Auf Interventionen zurückführbare Veränderungen in Settings. Neben intendierten Wirkungen, welche in Zielen festgelegt sind, gibt es meist auch unbeabsichtigte positive oder negative Veränderungen (Nebenwirkungen).
Letzte Änderung: Dienstag, 29. Oktober 2019, 13:39 Uhr