Glossar

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Programm

Aus einer übergeordneten Strategie abgeleitetes, zielgerichtetes, längerfristiges Vorhaben, das in der Regel aus mehreren untereinander koordinierten Projekten und zusätzlichen projektübergeordneten Massnahmen (z.B. Kommunikation, Vernetzung, Wissensmanagement, Programmevaluation) besteht.

Projekt

Zeitlich befristetes strukturiertes Vorhaben, um mit klar definierten Ressourcen (Personal, Finanzen, Infrastruktur) und geeigneten Massnahmen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt festgelegte Ziele zu erreichen.

-> In Abgrenzung zu Programm

Projekt- oder Programmskizze

Strukturierte Zusammenfassung der ersten Ideen und Abklärungen zu einem geplanten Projekt oder Programm. Diese enthält im Wesentlichen Hinweise zur Begründung, zu den Zielen, zur Vorgehensweise, zur Organisation und zu den Ressourcen. Eine Projekt- oder Programmskizze dient als Grundlage für den Entscheid, ob ein ausführliches Konzept ausgearbeitet werden soll.

Projektstruktur

Übersicht über die an einem Projekt beteiligten Akteure und deren projektbezogenen Beziehungen.

Projektziel

Erwünschter Zustand eines bestimmten Systems, der bis Projektende erreicht werden soll.

Prozessqualität

Qualität von Verfahren und Abläufen. Ein Projekt ist dann von hoher Prozessqualität, wenn die Wege und Mittel zur Umsetzung geeignet sind, die Projektziele zu erreichen.

Public Health Action Cycle (PHAC)

Zyklisches Vierphasen-Modell, das als Grundlage für die strategische Planung, Umsetzung und Evaluation gesundheitsbezogener Interventionen dient.

Qualität

Positiv bewertete Beschaffenheit einer Sache oder eines Sachverhalts auf der Basis bestimmter Erwartungen (Kriterien).

Qualitätsentwicklung

Periodische systematische Reflexion und Verbesserung von Strukturen, Prozessen und Ergebnissen einer Organisation, eines Programms oder Projekts.

Qualitätskriterium

Qualitätsrelevantes Unterscheidungsmerkmal einer Sache oder eines Sachverhalts (z.B. Projekt, Prozess, Produkt).

Qualitätsmanagement (QM)

Qualitätsmanagement umfasst alle auf Qualitätssicherung und –entwicklung bezogenen Managementaufgaben einer Organisation.

Qualitätsmanagementsystem (QMS)

Teil des Managementsystems einer Organisation oder eines Programms, der dafür sorgt, dass die Strukturen, Prozesse und Ergebnisse hinsichtlich ihrer Qualität periodisch reflektiert und systematisch weiterentwickelt werden.

Qualitätssicherung

Maßnahmen, die darauf ausgerichtet sind, einen bereits bestehenden Qualitätsstandard zu erhalten.

Reporting

Periodische Berichterstattung.

Ressourcen

Mittel, welche den Menschen zur Verfügung stehen, um ihr Leben zu bewältigen und ihre Ziele zu erreichen. In ressourcenorientierter Gesundheitsförderung werden darunter vorab personale (physisch und psychisch), soziale und materielle Ressourcen verstanden. Ressourcen können – genau wie Belastungen – in einer Person selber (interne Ressourcen) oder im Umfeld der Person (externe Ressourcen) liegen. Im Projektmanagement bezieht sich der Ressourcenbegriff auf die finanziellen, personellen und materiellen Mittel.

Salutogenese

Während sich eine pathogenetische Herangehensweise auf die Frage konzentriert, wie spezifische Krankheiten entstehen und wie sie verhindert werden können, fokussiert eine salutogenetische Perspektive auf Prozesse der Entstehung, Erhaltung und Förderung von Gesundheit.

Selbstevaluation

Eine Evaluation, die von Personen durchgeführt wird, die an der Intervention selber beteiligt sind. Selbstevaluationen orientieren sich grundsätzlich an denselben Prinzipien wie Fremdevaluationen.

-> in Abgrenzung zur Fremdevaluation

Setting

Abgegrenztes sozial-räumliches System (z. B. Betrieb, Schule, Spital, Jugendhaus, Familie).

Settingansatz

Der Settingansatz ist eine Kernstrategie der Gesundheitsförderung und basiert auf dem Ansatz der Ottawa Charta der WHO, Gesundheit im Alltag herzustellen und aufrechtzuerhalten. Unter Berücksichtigung mehrerer Handlungsebenen (Individuen, Gruppen, Setting als Organisation, Umfeld und Politik/Gesellschaft) werden Interventionen darauf ausgerichtet, die Akteure des Settings dabei zu unterstützen, ihre eigene Lebenswelt gesundheitsförderlich zu gestalten. Der Settingansatz grenzt sich somit ab von rein verhaltensorientierten Interventionen in Settings.

SMARTes Ziel

Ziele, die 'Spezifisch', 'Messbar', 'Anspruchsvoll', 'Realistisch' und 'Terminiert' sind.

Sollwert

Ein Sollwert legt bei der Operationalisierung eines Zieles das quantitative Anspruchsniveau zu einem entsprechenden Indikator fest. Der Sollwert wird auf Basis des aktuellen Istwerts festgelegt.

Stakeholder

siehe Anspruchsgruppen

Strategie

In Projekten beschreiben Strategien die groben Wirkungslinien der geplanten Intervention(en). Das Formulieren von Strategien trägt dazu bei, implizite Wirkungsmodelle explizit zu machen und zu reflektieren. Die Strategien werden zusammen mit den Projektzielen festgelegt und dienen mit diesen als Basis für die Bestimmung der konkreten Massnahmen.

Strukturqualität

Qualität der strukturellen Gegebenheiten. Dazu gehören Bedarf und Bedürfnisse, personelle, finanzielle und fachliche Ressourcen sowie konzeptionelle und gesetzliche Grundlagen.

Valorisierung

Aufbereitung, Verbreitung und Nutzbarmachung von Erkenntnissen, Erfahrungen und Evaluationsergebnissen eines Projekts.

Verhalten-Verhältnisse

Menschliches Handeln (Verhalten) und Lebensbedingungen (Verhältnisse) hängen eng zusammen und beeinflussen sich wechselseitig. Die Gesundheitsförderung will Individuen und Gruppen und Organisationen dazu befähigen, sowohl ihr Verhalten als auch ihre Lebensbedingungen so zu gestalten, dass sie der Gesundheit und Lebensqualität förderlich sind.

Vernetzung

Zusammenarbeit über die Grenzen von Bereichen, Disziplinen, Hierarchiestufen, Organisationen und Projekten hinweg.

Vision

Eine Vision umfasst Vorstellungen über erwünschte Zustände und beschreibt den idealen Sollzustand in einer längerfristigen Perspektive, also über die Dauer eines Projekts oder Programms hinaus. Eine gute Vision ist einfach und klar, sie motiviert die Beteiligten, trotz potenziell unterschiedlicher Interessen gemeinsam auf dasselbe Fernziel hin zu arbeiten und einen Beitrag dazu zu leisten.

Wirksamkeit / Effektivität

Ausmass, in welchem eine Intervention erwiesenermassen Wirkungen (Outcome) erreicht, die in ihren Zielen (Wirkungszielen) vorgegeben sind.

-> In Abgrenzung zur Wirtschaftlichkeit / Effizienz

Wirkung (von Gesundheitsförderung)

Durch eine gesundheitsförderliche Intervention hervorgerufene Veränderungen von Wissen, Einstellung, Kompetenzen oder Verhalten bei der Zielgruppe, Veränderungen von Verhältnissen (Strukturen) in Settings oder Veränderungen auf gesellschaftlicher Ebene. -> In Abgrenzung zu nicht-intendierten (positiven oder negativen) Nebenwirkungen.

Wirkungsmodell

Vereinfachte Beschreibung oder grafische Darstellung von idealerweise theoretisch oder empirisch begründeten Ursache-Wirkungszusammenhängen von Interventionen. In Wirkungsmodellen werden in der Regel Inputs (Ressourcen), Umsetzung (Aktivitäten/Massnahmen), Outputs (erbrachte Leistungen, Produkte, Angebote), Outcomes (Wirkungen/Reaktionen) und Impacts (übergeordnete Gesamtwirkungen) in Beziehung zueinander dargestellt.

-> Siehe interaktives Wirkungsmodell: https://www.quint-essenz.ch/de/outcome_models

Wirkungsziel

Ein Wirkungsziel gibt an, was mit einer Intervention in einem Setting oder bei einer Zielgruppe bewirkt werden soll (vgl. Outcome).

-> In Abgrenzung zu Leistungsziel (vgl. Output)

Wirtschaftlichkeit / Effizienz

Verhältnis zwischen den erbrachten Ergebnissen (Output und Outcome) und den dafür eingesetzten Mitteln (Input). Eine Intervention ist dann wirtschaftlich, wenn die Mittel möglichst sparsam in Leistungen und Wirkungen umgewandelt werden.

-> In Abgrenzung zur Wirksamkeit / Effektivität

Wissensmanagement

Systematische Pflege, zielgerichtete Erweiterung und produktive Nutzung des in einer Organisation vorhandenen Wissens.

Zertifizierung

Formelle Bescheinigung, dass eine Organisation(-seinheit) die an die Zertifizierung gebundenen Anforderungen erfüllt. Die Zertifizierung wird durch eine dafür akkreditierte Stelle vorgenommen.

Ziel

Erwünschter Zustand eines bestimmten Systems (Zielsystem), der bis zu einem festgelegten Zeitpunkt erreicht werden soll.

Zielgruppe

Bevölkerungsgruppen oder Anspruchsgruppen eines Settings, auf die sich die Ziele und Massnahmen von Interventionen beziehen.

Zielklasse

Zielklassen sind Kategorien von Zielen. Diese dienen dazu, Ziele z. B. thematisch, geographisch oder nach Zielgruppen zu ordnen.

Letzte Änderung: Dienstag, 03. März 2020, 08:12 Uhr