Health Promotion Switzerland

Glossary

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Impact

Längerfristige Gesamtwirkung einer Vielzahl von Interventionen auf übergeordneter, gesellschaftlicher Ebene. Eine einzelne Intervention liefert einen begrenzten und in der Regel nicht exakt bestimmbaren Beitrag zu dieser Gesamtwirkung.

⇢ In Abgrenzung zum Output und zum Outcome.

Implementation

Implementation of measures in settings with regular, critical reflection of the concept, resulting in continuous development and improvement of the project.

Indicator

An indicator is a dimension that can be measured, observed and analyzed by empirical methods. Indicators serve as surrogate measures when assessing (usually complex) phenomena that cannot be directly quantified or evaluated.

Information management

The maintenance and enlargement of the total existing knowledge base in an organization.

Innovation

Entwickeln und Umsetzen von neuen Lösungen für gesundheitliche Herausforderungen und Probleme. Dazu gehören z.B. die Bearbeitung neuer Themen, die Entwicklung und der Einsatz von neuen Methoden und Instrumenten (z. B. digitale Anwendungen), die Ansprache von neuen Zielgruppen oder das Schliessen von Lücken in bestehenden Angeboten.

Input

Finanzielle, personelle und materielle Ressourcen, die für eine Intervention eingesetzt werden (Kurz & Kubek 2018, 136).

⇢ vgl. auch Ressourcen

Interprofessionalität

Interprofessionalität bedeutet, dass Fachleute aus unterschiedlichen Professionen koordiniert und zielgerichtet zusammenarbeiten (vgl. BAG 2017a) und die Blickwinkel der je anderen Professionen in ihre eigenen Konzepte miteinbeziehen (vgl. Aulbert 2000).

⇢ Interprofessionalität geht über Multiprofessionalität hinaus und beinhaltet eine gelebte Kooperation verschiedener Fachdisziplinen und Berufsgruppen auf Augenhöhe (Hirsmüller & Schröer 2014, 12).

Intersektionalität

Das Konzept der Intersektionalität untersucht, wie unterschiedliche Arten der Ungleichheit und Diskriminierung (z. B.hinsichtlich Bildung, Einkommen, Geschlecht, Hautfarbe, Migrationshintergrund, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität, Behinderung etc.) in einer Person zusammenwirken und individuelle Diskriminierungserfahrungen und Herausforderungen hervorbringen. In der Gesundheitsförderung und Prävention wird das Konzept angewendet, um Zielgruppen von Interventionen differenziert zu reflektieren und zu definieren. (Vgl. Lenz 2015)

Intervention

In prevention and health promotion, interventions are understood to be measures which aim at changing people's environments in order to maintain or improve health or to avoid ill-health. They must be based on scientific and professional criteria, and embrace a systematic and participatory approach.

Job-Stress-Index

Stress am Arbeitsplatz kann die Gesundheit und die Motivation der Erwerbstätigen gefährden. Aus diesem Grunde wurde der Job-Stress-Index entwickelt, er ist sowohl eine Messgrösse als auch die Bezeichnung für das alle zwei Jahre durchgeführte Monitoring (vgl. Igic et al. 2017a). Mit dem Job-Stress-Index als Messgrösse kann der arbeitsbedingte Stress gemessen werden. Er bildet das Verhältnis zwischen Stressoren (Zeitdruck, soziale Belastungen etc.) und Ressourcen (Handlungsspielraum, allgemeine Wertschätzung etc.) am Arbeitsplatz ab. Er berücksichtigt damit Arbeitsbedingungen, die durch Arbeitsgestaltungsmassnahmen beeinflussbar sind. Diese Messgrösse wurde von der Universität Bern im Auftrag von Gesundheitsförderung Schweiz entwickelt. Der Job-Stress-Index als Monitoring beinhaltet einerseits die Messgrösse selbst, darüber hinaus aber auch die zwei Kennzahlen «Erschöpfungsrate» und «ökonomisches Potenzial», mit denen die Auswirkungen von Stress auf die Gesundheit und die Produktivität von Erwerbstätigen abgebildet werden.

Kantonale Aktionsprogramme KAP

Ein kantonales Aktionsprogramm (KAP) ist eine vertragliche Zusammenarbeit im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention zwischen Gesundheitsförderung Schweiz und einem Kanton. Gesundheitsförderung Schweiz unterstützt die Kantone dabei, sich für eine ausgewogene Ernährung, für regelmässige Bewegung und eine gute psychische Gesundheit bei Kindern, Jugendlichen, älteren Menschen und ihren Angehörigen zu engagieren.

Erklärvideos: https://gesundheitsfoerderung.ch/kantonale-aktionsprogramme/basisinformationen/was-ist-ein-kap.html

Konsortium

Vorübergehender Zusammenschluss mehrerer rechtlich und wirtschaftlich selbständig bleibender Partner und Organisationen zur zeitlich begrenzten Durchführung eines (vertraglich) vereinbarten Zwecks.

Körperliche Gesundheit

Körperliche Gesundheit (und Krankheit) geht aus dem dynamischen Verhältnis von inneren (körperlichen und psychischen) und äusseren (sozialen und materiellen) Ressourcen und Belastungen hervor. Körperliche Gesundheit entsteht, wenn sich Ressourcen und Belastungen in einem bestimmten Bereich im Gleichgewicht befinden oder die Ressourcen stärker ausgeprägt sind als die Belastungen. (vgl. Weber et al. 2016a) Subjektiv kann körperliche Gesundheit als das Erleben eines körperlichen Wohlbefindens oder eines Gefühls körperlicher Stärke erfasst werden. (vgl. Faltermaier 2019) Die körperliche und die psychische Gesundheit beeinflussen sich wechselseitig - eine gute körperliche Gesundheit fördert die psychische Gesundheit und umgekehrt.

⇢ In Abgrenzung zur psychischen Gesundheit

Lebenskompetenzen

Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Menschen benötigen, um mit altersgemässen Herausforderungen und Aufgaben des täglichen Lebens erfolgreich umzugehen. Die Lebenskompetenzen umfassen personale, soziale, kognitive und körperliche Kompetenzen. (Abderhalden und Jüngling 2019, 5)

⇢ Vgl. auch Gesundheitskompetenz.

Lebensphasenansatz

Der Lebensphasenansatz berücksichtigt, dass definierte Altersabschnitte im Lebenslauf sowie spezifische Übergänge einen Einfluss auf die Gesundheit und das gesundheitsrelevante Verhalten ausüben können (Kolip, 2011), und dass sich die objektiven und subjektiven Bedürfnisse je nach Lebensphase eines Menschen unterscheiden. Entsprechend werden im Lebensphasenansatz die wichtigsten Multiplikatoren und Settings pro Altersgruppe, prioritäre und vulnerable Zielgruppen, besonders prägende Lebensabschnitte und Übergänge definiert. (vgl. Blaser & Amstad 2016a)

Levels of action

System levels where interventions in settings can take place: individual, group, organization, environment/networks, society/political level.

Life-Domains-Balance / Work-Life-Balance

Von Life-Domains-Balance wird gesprochen, wenn die unterschiedlichen Lebensbereiche wie Berufstätigkeiten, Familie, soziale Aktivitäten und Freizeit in einem guten Gleichgewicht stehen. Diese Domänen sollten sich nicht gegenseitig blockieren, sondern unterstützen. (vgl. Uhle & Treiler 2015, 523) Der Life-Domains-Balance Begriff löst den Begriff Work-Life-Balance aus den folgenden Gründen zunehmend ab: Work-Life-Balance ist insofern irreführend, als die Erwerbsarbeit Teil des Lebens und nicht ein dem Leben gegenübergestellter Bereich ist (vgl. Resch & Bamberg 2005). Ausserdem sind auch Tätigkeiten ausserhalb der Erwerbsarbeit als Arbeit anzuerkennen (z.B. Kindererziehung, Hausarbeit, Ehrenamt) (vgl. Ulich & Wiese 2011).

Measure

Concrete activities derived from a strategy, with clearly defined time points and responsabilities, with the aim of achieving project goals and (intermediate) objectives.

Method

A systematic approach for carrying out a task or to gain knowledge.

Migration

Migration refers to the migratory movements of population groups. In the context of health promotion, to consider the migratory aspect refers to the need of giving adequate consideration to the specific challenges of migrants.

Milestone

Milestones are breakpoints in the implementation phase of a project. Milestones divide a project into several stages (of roughly equal length) and are a useful project management tool. The name is derived from the literal meaning: every mile a stone.

Mobil-Flex-Arbeiten

Arbeiten, die über den Arbeitsplatz im Betrieb hinaus, an anderen Orten (z.B. zu Hause, unterwegs, im Coworking Space oder bei Kunden/Kundinnen) und zu anderen Zeiten als den Betriebszeiten erbracht werden können. (vgl. Blum-Rüegg 2018a)

Monitoring

Continuous or periodic systematic data collection used for checking processes and results.

Motivation

Motivation bezeichnet allgemein die Bereitschaft, Zeit, Energie und Arbeit zu investieren, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen (Psychomeda 2021). Im Arbeitskontext bezeichnet (Arbeits-) Motivation die Bereitschaft von Mitarbeitenden, Zeit, Energie und Fähigkeiten zugunsten ihres Betriebs einzusetzen. Motivation kann eine Folge sein von Ressourcen am Arbeitsplatz (z.B. Arbeitszufriedenheit, Verbundenheit zum Unternehmen), sie kann aber durch das gleichzeitige Vorhandensein von Stressoren gesenkt werden. (vgl. Igic et al. 2017a; Krause, Basler & Bürki 2016a).

Multiplikation

Multiplikation meint die Verbreitung bestehender Interventionen.

Multiplikatoren / Multiplikatorinnen

Multiplikatoren/Multiplikatorinnen können Berufsgruppen oder Institutionen sowie Angehörige einer Zielgruppe sein, welche die Etablierung von Massnahmen in der Praxis unterstützen, die Reichweite von Massnahmen erhöhen und die Nachhaltigkeit von Veränderungen massgeblich unterstützen können. (vgl. Fonds Gesundes Österreich 2019). Sie vermitteln Informationen, können nach einer entsprechenden Qualifizierung aber auch selber Inhalte umsetzen, beispielsweise Beratungen oder Kurse durchführen. (vgl. Kooperationsverbund gesundheitliche Chancengleichheit 2017, 19)

Multiprofessionalität

Multiprofessionalität steht für eine (Team-)Konstellation, in der mehrere unterschiedliche Professionen vertreten sind.

⇢ In Abgrenzung zur Interprofessionalität erfordert Multiprofessionalität nicht zwingend eine Koordination.

NCDs

NCDs ist die Abkürzung für «noncommunicable diseases», zu Deutsch: nichtübertragbare Krankheiten. Beispiele für NCDs sind Herz-Kreislauferkrankungen, muskuloskelettale Erkrankungen, psychische Krankheiten, Krebs, Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen.

Need (felt/expressed)

Contrary to a normative need, a felt need is the subjective need that members of a certain setting or population group feel and sometimes express (the users' perspective).

Need (normative/objective)

Need defined by experts or professionals, usually on the grounds of a scientifically substantiated deficiency in certain settings or population groups (the experts' perspective).

Networking

Collaboration across the boundaries of sectors, disciplines, hierarchies, institutions and projects.

Niederschwelligkeit

Eine niederschwellige Arbeitsweise zeichnet sich dadurch aus, dass sie Zugangshürden aus Perspektive der Zielgruppen reflektiert; niederschwellige Angebote und Dienstleistungen sind so gestaltet, dass Zugangshürden möglichst vermieden oder geringgehalten werden. (Kooperationsverbund gesundheitliche Chancengleichheit 2017, 27) Niederschwellige Angebote sind günstig, leicht zugänglich, verständlich, schnell anwendbar oder einfach handhabbar.

Objective

The state of a defined system (target system) which ought to be achieved by a specific date.

Objective category

Objective categories are categories of goals, aims and objectives. These are used for classifying aims and objectives according to themes, geographical location or target groups, for example.

Ökonomisches Potenzial

Ganz allgemein meint das ökonomische Potenzial die Wirkungskraft bzw. die Leistungsfähigkeit einer Wirtschaftseinheit (z. B. eines Staates) (vgl. Wirtschaftslexikon.co). Das ökonomische Potenzial als Kenngrösse im Monitoring Job-Stress-Index BGM beschreibt die Summe der gesundheitsbedingten Produktionsverluste, die den Schweizer Unternehmen aufgrund von Absentismus und Präsentismus (gemäss engerem Definitionsverständnis in diesem Glossar) entstehen und die potenziell hätten verhindert werden können, wenn alle Arbeitnehmenden ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Stressoren und Ressourcen am Arbeitsplatz gehabt hätten. (Igic et al. 2017a, 24)

Operationalisierung

Methodik, um komplexe Sachverhalte durch die Angabe von Indikatoren so zu konkretisieren, dass ihnen beobachtbare Ereignisse zugeordnet werden können (vgl. Univation Eval-Wiki). Bei der Operationalisierung von Zielen werden die Ziele durch die Angabe von einem oder mehreren Indikatoren und entsprechenden Sollwerten so präzisiert, dass die Zielerreichung messbar bzw. empirisch beurteilbar wird.

Organization development

Systematic development of the structures and processes of an organization with the aim of securing its long term existence and of improving it continuously.

Ottawa Charter (WHO)

Groundbreaking charter adopted by the First International Conference on Health Promotion held in Ottawa in October 1986, based on the WHO programme 'Health for All'.

Outcome

Totality of effects achieved by a project.

Outcome model

The description or graphic representation (diagram) of the interactions between causes and effects regarding interventions in social environments and systems.

Outcome objective

Outcome objectives or outcome targets - in contrast to performance targets - indicate the effects that are to be achieved in the target systems.

Output

Totality of services provided and products generated by a project.

Participation

Active involvement of individuals and groups in the planning, implementation and evaluation of interventions (projects) concerning their living conditions and their lifestyles.

Pathogenese

Personal and contextual conditions contributing to the development of a particular disease or illness.

Performance objectives

Performance objectives specify the quantitaty and extent of output to be achieved (as opposed to outcome objectives).

Policy

Concerted strategy with overarching goals adopted by important key-players in health promotion and prevention.

Positives Körperbild

siehe Healthy Body Image (HBI)

Präsentismus

Wie Absentismus kann auch Präsentismus inhaltlich enger oder weiter gefasst werden. Ein engeres Verständnis meint die wiederholte Anwesenheit von Mitarbeitenden bei der Arbeit trotz nachweisbarer (physischer oder psychischer) Krankheit. Ein weiteres Verständnis umfasst auch Leistungseinbussen aufgrund eingeschränkter Motivation oder von Befindlichkeitsstörungen, die nicht als eigentliche Krankheit gelten (vgl. Henneberger & Gämperli 2014). Typische Folgen des Präsentismus sind: Die Konzentration lässt nach, die Fehleranfälligkeit steigt, die Unfallgefahr nimmt zu und die Leistungsfähigkeit nimmt ab (vgl. Uhle & Treiler 2015).

⇢ In Abgrenzung zu Absentismus

Prevention

Measures intended to prevent the initial occurrence of a disorder (primary prevention) e.g. risk factor prevention, to arrest or retard existing disease (secondary prevention) or to reduce the occurrence of relapses and the establishment of chronic conditions (tertiary prevention).

Process quality

The quality of methods and procedures. A project is of high process quality, if ways and means of implementation are suitable for achieving the objectives.

Last modification: 26 April, 2022 09:08